08.11.2018

Von: Reinhard Wild

Klimapilgerer in Cottbus

Pilgerer des 3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit machten am 08. November in Cottbus Halt. Der Pfarrer der evangelischen Kirche Burkhard Behr, verantwortlich für Dialog und Wandel in der Lausitz, moderierte ein Forumsgespräch. Als Referenten in das Menschenrechtszentrum eingeladen waren Karsten Feucht, IBA-Studierhaus Projekt WLL, Großräschen Prof. Dr. Matthias Koziol, b-tu, Cottbus Uwe Teubner, Gesamtbetriebsrat LEAG, Cottbus. Eingangs forderte Pfarrer Behr die drei Referenten zu einem kurzen Statement auf: "Was tun wir für die Lausitz?"

Die Antworten von Prof. Dr. Koziol und Uwe Teubner ließen jegliches Verantwortungsgefühl für die weltweiten Schäden durch Klimaveränderung vermissen. Sie stellten den Braunkohleabbau in der Lausitz als Opfer dar, wobei Prof. Dr. Koziol sogar behauptete, man habe mit den Klimaveränderungen nichts zu tun. Wörtlich: "Das geht uns nichts an."

Die Zuhörer äußerten sich kritisch hierzu. Ich meldete mich als Kreisvorsitzender ebenfalls zu Wort und stellte die Frage: "Wollen Sie uns erzählen, dass es ohne Braunkohle nicht geht oder wollen Sie in die Zukunft schauen?"

Auch wenn wir verstehen können, dass es für die betroffenen Beschäftigten beängstigende Aussichten sind: Es müssen auch die Interessen der Menschen respektiert werden, die in naher Zukunft von steigendem Meeresspiegel und Überflutung, von schmelzenden Gletschern oder anderswo von Dürre und Hunger bedroht sind. Alles andere wäre arrogant. Und die Interessen künftiger Generationen, die fragen könnten: Warum habt ihr nichts unternommen, ihr habt es doch gewusst?

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